Rückblick MDFV beim 47. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken 2026

Der Muslimisch-Deutsche Filmverband (MDFV) war beim 47. Filmfestival Max Ophüls Preis Saarbrücken mit zwei Veranstaltungen im Industry-Programm vertreten.

Get-Together: Muslim Filmmakers Meet-Up

Am Donnerstag, 22. Januar 2026, fand im Café Thonet ein offenes Get-Together statt. Der MDFV stellte sich vor und lud Filmschaffende, Studierende und Festivalgäste zum Austausch ein.

Im Mittelpunkt standen Gespräche mit jungen Talenten der deutschen Film- und TV-Branche, die sich als muslimisch oder muslimisch geprägt verstehen. Themen waren Einstiegsmöglichkeiten, Sichtbarkeit, Förderung und strukturelle Hürden. Dabei wurde deutlich, wie groß der Bedarf an Vernetzung, Mentoring und kontinuierlichen Austauschformaten bleibt.

MOP-Industry Panel: Postmigrantisch ≠ Postmuslimisch – neue Narrative, neue Autor:innenschaften

Am Samstag, 24. Januar 2026, folgte das MOP-Industry Panel im Dock 11. Ausgangspunkt war ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Ömer Alkin (Film- und Medienwissenschaftler), der anhand einer statistischen Auswertung über rund drei Jahrzehnte die anhaltende Unterrepräsentation muslimischer Figuren im deutschen Film sowie deren häufige Einbindung in kriminalisierte oder sicherheitspolitische Narrative zeigte.

Im Gespräch brachte Bijan Benjamin (Regie / Drehbuch, Grenadine Film) eine Perspektive aus der Praxis ein und sprach über Überpolitisierung in Entwicklungs- und Förderprozessen sowie über die Notwendigkeit größerer erzählerischer Freiheit und Vielfalt in Stoffen und Genres.

Es entwickelte sich eine engagierte Diskussion mit zahlreichen Wortmeldungen aus Publikum und Branche, an der sich unter anderem Ali Tamim (Drehbuch / Regie, Noah, inzwischen MOP-Preisträger), Burkhard Althoff (ZDF – Das kleine Fernsehspiel, Redaktionsleitung) sowie weitere Branchenvertreter:innen beteiligten. Moderiert wurde das Panel von Sabrina Fellous (MDFV).

Beide Veranstaltungen zeigten, dass Fragen nach Repräsentation, Produktionsbedingungen und Erzählperspektiven weiterhin ein zentrales Thema im deutschen Film bleiben — sowohl für Nachwuchs als auch für etablierte Akteur:innen.

Ein Dank gilt dem Filmfestival Max Ophüls Preis, insbesondere Louise Lindlar, Svenja Böttger und ihrem Team, für die Zusammenarbeit.